Happy End Geschichten
Betroffene und Angehörige berichten.
 
   
 
Dieser Artikel einer Gruppenbesucherin des Kreuzbund Wittlich erschien im "Weggefährte 6/2004" (Mitgliederzeitschrift).

Danke Kreuzbund!

Wenn dieser Artikel erscheint, kann ich auf eine dreijährige Trockenheit zurückblicken. Die Zufriedenheit, verbunden mit der neuen Situation, hat sich seit ungefähr einem Jahr eingestellt.

In den ersten Monaten der Alkoholabstinenz wurde der Tagesablauf stark von Zweifeln, Selbstmitleid und schwierigen Kämpfen mit dem eigenen Ego bestimmt. Da ich keine Therapie gemacht habe, war ich auf die Hilfe meines Suchtberaters bei der Caritas angewiesen. Als dieser mir ans Herz legte, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, fühlte ich mich sehr unwohl in meiner Haut. Schließlich bedeutete dies damals für mich, in der Öffentlichkeit zu meiner Alkoholkrankheit zu stehen. Außerdem plagten mich Ängste, was denn wohl "für Leute" in solch einer Gruppe sind. (Später habe ich der Gruppe schon oft für diesen dummen Gedanken Abbitte geleistet).

Den ersten Besuch bei der Kreuzbundgruppe werde ich niemals vergessen. Der Abend bestand für mich vor allem darin, meine Nervosität soweit im Zaum zu halten, dass ich nicht am ganzen Körper, einschließlich der Zähne, zitterte.

Seit November 2001 besuche ich nun jede Woche unsere Gruppe. Ich bin überglücklich, damals diesen Schritt gewagt zu haben. Die Teilnahme gehört für mich zum Alltag, es ist kein "Muss". Ohne zu übertreiben, kann ich behaupten, dass dies die beste Entscheidung war, die ich in den letzten Jahren getroffen habe. Ich freue mich, gleichgesinnte Leute zu treffen, mit ihnen zu diskutieren und ihnen zuzuhören. Gleichzeitig lade ich dort meinen "Akku" für die kommende Woche wieder auf, um den Alltagsanforderungen gewachsen zu sein. Aus der Gruppe heraus sind echte Freundschaften entstanden, die ich nicht missen wollte. Unsere gemeinsamen Aktivitäten gehen über die wöchentlichen Gruppenbesuche weit hinaus.

Ohne den Kreuzbund hätte ich meine zufriedene Trockenheit so bestimmt nicht erreicht. Außerdem hätte ich dann die vielen netten Leute nicht kennen gelernt. Durch den Kreuzbund wurde mir gezeigt, dass ich trotz Krankheit ein vollwertiger Mensch bin, der selbstbewusst durchs Leben gehen kann und in der Lage ist, gesteckte eigene Ziele zu erreichen.

Deshalb sage ich: Danke Kreuzbund!

Martina

 


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Stand: 30. April 2013